Leichtigkeit durch Worte

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass nur EIN Wort, das in einem Satz verändert wird, eine komplett andere Botschaft „rüberbringt“.

Hier kommen gleich mehrere dieser Phänomene:

  1. Alle „W-Fragen“ sind erlaubt. Ach so, das „WARUM“ ist leider beim letzten Urlaub auf Bali geblieben. Gibt `s hier nicht mehr. Was auch nicht schlimm ist, denn meistens lautet die Antwort „darum“ und ist auch wenig zielführend. Oder ein „Warum“ geht mit einem „weil“ in eine Dauerschleife des Nichtverstehenwollens. Auch wenig zielführend. Ist das eigentlich ein Teil von gewaltfreier Kommunikation? 
  2. Ich ersetze „aber“ konsequent durch „und“. Zur Begründung möchte ich Karin Kuschik zu Wort kommen lassen. Auf einer ihrer Karten aus dem ersten Kartenset beschreibt sie das wie folgt: „Wo Ausreden vorherrschen, ist ein „Aber“ selten weit. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin „Weil“ verhindert es klare Entscheidungen, unsere Entwicklung und ist ein sicheres Ticket hinein ins Drama……“Aber“ ist Ladehemmung pur. Das Wort nimmt sich gerne wichtig und lässt Inhalte nie gleichwertig nebeneinander stehen, sondern zerstört alles, was vor dem Komma steht….“ Hast du Lust, das mal selber auszuprobieren?
  3. Wollen ist wie müssen – nur freiwillig. Steht auf einer anderen Karte von Karins erstem Kartenset. Also ersetze ich  „müssen“ konsequent durch „wollen“. Stimmt einfach. Glaubst du nicht? Frag´ mal bei Karin nach. Die erklärt das so schön! Und „wollen“, „dürfen“, „können“ oder „möchten“ wollen so gerne Platzhalter für „müssen“ und  „sollen“ werden. Möchtest du ihnen eine Chance geben?
  4. Die Worte „nicht“  und „nein“ sind das Salz in der Buchstabensuppe. Gaaaanz sparsam dosiert anwenden. Oder kreativ damit  umgehen: Darf ich auf Toilette? – Statt „nein“ sage ich:  „Frag mich in fünf Minuten nochmal“. Übrigens erklärt Gerald Hüther leicht verständlich, dass das Wort „Nicht“ vom Gehirn nicht dechiffriert werden kann und somit überhört wird. Ein guter Grund, einem Kind, das auf der Fensterbank vor einem offenen Fenster steht, etwas anderes zuzurufen als: „Nicht springen“. Denn das Kind hört nur was?
  5. Und dann ist da noch das Zauberwort „eigentlich“. Es hat in der Regel ein „aber“ auf dem Beifahrersitz.  Schau mal bei 2. nach. Mit dem Wort „eigentlich“ gebe ich meine Verantwortung für das, was ich tue, plane oder getan habe, an der Garderobe des Lebens ab. Schade eigentlich, geht es nicht um ein SELBST – bestimmtes Leben?
  6. „Vielleicht“ ist für mich eines der interessantesten Worte für ein Selbstgespräch. Es kommt meist so harmlos in einem Satz vorbei und rechnet damit, dass ich mir selber nicht wirklich zuhöre. Oft trägt ein „vielleicht“ unter dem Zaubermantel ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Ich weiß nicht“. Und „Ich weiß nicht“ heißt immer „Nein“. Möchtest du dir das nächste Mal, wenn du „vielleicht“ sagst, etwas genauer zuhören?
  7. „Houston, wir haben ein Problem“, ist neben dem Satz von Neil Armstrong: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit“ einer der bekanntesten Sätze der Raumfahrt. Ist es deshalb so wichtig, ein „Problem“ zu haben? Ich finde ja, dass mein Leben leichter geworden ist, als ich das Wort „Problem“ durch das Wort „Thema“ ersetzt habe. Konsequent. Und es hat ja damit keiner von mir verlangt, im Weltraum den Helm abzusetzen. Was meinst du? Ist das ein Thema für dich?
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