Lernwerkstatt

War DAS eine Zeit! Eine Fortbildungsreihe, die von vielen Kollegen und Kolleginnen einer Schulform innerhalb eines Schulamtsbezirkes in Eigenregie durchgeführt wurde. Wir bildeten uns gegenseitig fort. War echt schon fast eine verschworene Gemeinschaft. Wir waren gut vernetzt und schauten regelmäßig über den eigenen Tellerrand hinaus.

Mathe, Deutsch, Religion, Sport, Naturwissenschaften, Englisch, Arbeitslehre, Kunst, Musik…… es gab immer einen Kollegen, eine Kollegin, die begeistert von einem durchgeführten Unterrichtsprojekt war und diese Begeisterung mit uns anderen geteilt hat. Wir trafen uns jeden Mittwoch an einer anderen Schule. Klasse, mal eine andere Schule zu sehen. Was habt IHR in euren Schaukästen? Welche Fenster werden wie gestaltet?  Sind eure Räume auch so klein, wie unsere? Wie seid ihr ausgestattet? Wie sieht das Lehrerzimmer aus? Wow, sind eure Toiletten nett gestaltet! DAS mache ich bei uns auch mal als Projekt…. Es war eine unbeschwerte Zeit, das Miteinander hat gestärkt, verbunden, Mut gemacht, wenn das eigene Verzagen mal die Oberhand eingenommen hatte. Die oberste Maxime der Fortbildung war ganz praktisch: Egal, welches Thema anstand: ich konnte am nächsten Tag meinen Unterricht mit Ideen aus der Fortbildung gestalten! Die „Ausrede“: „Ich kann nicht kommen, weil ich noch Unterricht vorbereiten muss“, war obsolet.

Ich habe mich oft gefragt, welches Denken in der Schulaufsicht die vier Stunden Koordinierungsarbeit nicht mehr vergeben wollte. Schade – war die beste Fortbildungsform, von der ich je gehört habe. Gibt es irgendwo Vergleichbares? Lässt sich das nicht wieder einrichten? Wir wissen ja: Unser Gehirn speichert nie Probleme. Es speichert Lösungen.

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